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26.1.2007 von Christine.
Am 24.07.2007 haben wir Anja Althaus vom Trierer Handballverein, den Trierer Miezen, getroffen und ihr einige Fragen gestellt.
Wie sind Sie Handballprofi geworden?
Während meiner Jugend beim SC Magdeburg war alles schon ein bisschen auf Profi getrimmt, dann habe ich mit 16 ein Angebot für die 2. Liga bekommen, bin dann auch dorthin gewechselt
Mit 17 bin ich hier her gewechselt. Habe dann also ein Angebot für die 1. Liga bekommen, weil ich in der Jugendnationalmannschaft gespielt habe. Dadurch bin ich dann Profi geworden.
Welchen Altersdurchschnitt hat die Mannschaft?
Also wir sind eigentlich eine recht junge Mannschaft, wir haben einen Durchschnitt von ungefähr 25 Jahren.
Wie lange spielen Sie schon ? Profimäßig haben Sie jetzt gesagt seit sie 17 sind.
Ja, also ich hab mit 16 zwar schon angefangen Geld zu verdienen, aber das war mehr nur so ein kleiner Nebenverdienst, Profimäßig halt erst seit dem ich hier bin (2000).
Was denken Sie, wie lange man im Profigeschäft bleiben sollte?
Gute Frage. So lange die Knochen noch mitmachen. Bei uns muss man halt, weil es eine sehr körperbetonte Sportart ist, sehen wie sehr der Körper und die Knochen mitmachen. Ich denke, dass es bei den Frauen meist bis so Mitte 30 mitgeht, weil man auch gucken muss, dass man Familie gründet. Von daher ist das bei uns etwas anders als bei den Männern, die müssen ja keine Kinder kriegen…
Was kann machen um selber Profi zu werden, außer viel Engagement zu zeigen?
Man muss natürlich viel aufgeben. Man muss viel dafür tun, viel arbeiten, viel an sich arbeiten und vielleicht auch manchmal das Quäntchen Glück einfach haben um in die richtige Situation oder Mannschaft reinzukommen um ein richtiges Angebot zu kriegen.
Kann man als Handballprofi finanziell gut klarkommen, ohne einen zweiten Job zu haben?
Ich denke, die Nationalspielerinnen können ganz gut davon leben. Das ist hier in Deutschland eigentlich ein sehr gut bezahlter Job, mit dem man gut über die Runden kommt, aber eine Familie davon zu ernähren kann man in dem Sinne nicht, wie die Männer zum Beispiel. Von daher gucken wir alle, dass wir einen Zweitjob haben, weil man muss auch für später einen Job haben, da wir jetzt nicht so viel Geld auf die Seite legen können, um dann später sagen zu können: Ich hab jetzt ausgedient.
Hat man als Profisportler automatisch ein leichteres Leben als die anderen?
Jein. Wir haben viele Vorteile. Wenn ich mich jetzt vergleiche mit Leuten in meinem Alter, wie die sich da durchkämpfen, da habe ich schon einige Vorteile. Man muss im Gegenzug natürlich auch viel aufgeben. Im Endeffekt führen wir schon ein sehr gutes Leben, da wir unser Hobby zum Beruf gemacht haben.
Wie viel verdient denn ein Handballprofi?
Darüber spricht man nicht. (lacht)
Worauf muss man besonders verzichten als Profisportler?
Privatleben. Mann muss viel auf Privatleben verzichten. Dass man halt oft am Wochenende weg ist und dann halt nicht wie normale Leute in dem Sinn sagen kann: Okay ich geh jetzt weg und mach Party, sondern man hat schon abends seinen geregelten Plan und Training.
Man hat vor einem Spiel, wenn wir samstags spielen, ab elf Uhr Ausgangsperre, man darf also nicht mehr weggehen, man darf nicht mehr in die Öffentlichkeit. Das sind halt so Einschränkungen die man einfach hat. Die macht man dann aber auch gerne.
Bekommt man vom Verein oder Trainer einen speziellen Ernährungsplan?
Wenn es wirklich schwere, übergewichtige Leute geben sollte, dann wird sich schon der Trainer einmischen, aber ansonsten weiß eigentlich jeder Profisportler, wie er sich zu ernähren hat, wie er auf seinen Körper zu achten hat und was er zu machen hat. Von daher weiß das eigentlich jeder so schon selbst. Klar gibt es in manchen Mannschaften richtige Ernährungsberater, die dir dann Tipps geben, aber vorschreiben kann dir keiner etwas. Wir haben auch schon einmal welche da gehabt, die gesagt haben: Das ist besser. Aber das sind nur Hinweise. Ansonsten weiß jeder selber wie er damit klar kommt.
Wie oft trainieren Sie in der Woche?
Wir trainieren jeden Tag abends und normalerweise 3 mal morgens. Also Krafttraining oder Wurftraining in der Halle. Im Moment ist das bei uns ein bisschen schwer, weil wir so einen kleinen Kader haben und nicht so viel trainieren können.
Sind Sie vor einem Spiel aufgeregt?
Ja. Bei manchen Gegnern mehr, bei anderen weniger. So eine Grundnervosität ist immer da. Man freut sich auf jedes Spiel und ist gespannt wie es ausgeht.
Wie bereiten Sie sich persönlich auf ein Spiel vor? Mental etc.?
Ich muss immer gucken, wie ich morgens aufstehe. Wenn ich mit einem schlechten Bein aufstehe, muss ich direkt shoppen gehen (lacht), dann gibt es immer Glücksgefühle.
Ansonsten den Tag über achte ich darauf, dass ich meine Ruhe habe. Bevor ich in die Halle fahre, wird die Musik hochgedreht, sich eingestimmt und dann hat man so seine kleinen Rituale, die man dann abspielt, dann fährt man in die Halle und dann geht’s los.
Haben Sie ein persönliches Vorbild?
So richtige Vorbilder habe ich persönlich eigentlich nicht. Aber aus dem Männerbereich, Christian Schwarzer, Dirk Javerdick sind sehr gute Kreisläufer, wo ich sag: Mit denen würde ich mal gerne trainieren.
Haben Sie einen Lieblingsgegner?
Ja. Leipzig. Gegen die spielen wir eigentlich ganz gerne, weil die Mannschaft uns ganz gut liegt.
Und einen Angstgegner?
Nürnberg (lacht) . Wenn man einmal so einen Gegner hat, dann geht das, glaube ich, nicht mehr weg.
Haben Sie denn noch nie ein Spiel gegen Nürnberg gewonnen!?
Ich glaube, vor ein paar Jahren haben wir mal gegen die gewonnen. Sonst haben wir immer verloren. Aber wir haben es geschafft, nicht mehr so hoch zu verlieren. Das war schon ein Fortschritt.
Bei welchen Vereinen haben Sie schon gespielt?
Ich komme vom SC Magdeburg, dann habe ich 2. Liga gespielt beim HC Niederndodeleben, das ist aber auch in Magdeburg gewesen und dann eben hier. Bin also noch gar nicht so viel rumgekommen.
Wo war Ihre schönste Zeit?
Das kann man gar nicht so sagen. Also ich bin in Magdeburg aufgewachsen und groß geworden und hier habe ich auch eine supergeniale Zeit erlebt. Das kann man also gar nicht vergleichen. Hier in Trier bin ich erwachsen geworden, kann man so sagen. Ich denk hier in Trier ist eine Zeit, die man nicht vergessen wird.
Welche Höhen und Tiefen gibt es für einen Sportler?
Wenn man gewonnen oder verloren hat. (lacht) Klar es gibt da verschiedene Sachen. Wenn man z.B. als Nationalspieler bei der WM ein Halbfinale verliert, ist das schon ein Tiefpunkt. Sonst: Man kann entweder gewinnen oder verlieren.
Wie viel Freiraum hat man als Spieler im Verein?
Wir haben unseren geregelten Ablauf. Das heißt Training, da müssen wir da sein oder wenn wir PR-Termine haben oder eben Interviews, da werden unsere Zeiten schon vorgesagt, ansonsten leben wir relativ normal. Wir haben den ganzen Tag, den Montag, wo wir uns selber vergnügen können oder man zum Teil arbeiten geht und dann abends shoppen gehen kann…
Vielen Dank für das Interview!
Das Interview wurde geführt von Ahmed Boussi und Johannes Remus.

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Dieser Artikel wurde von der BIMA-Medienwerkstatt verfasst. BIMA ist ein Projekt zu berufsspezifischen Inhalten mit medienpädagogischen Angeboten des Palais e.V. in Kooperation mit der ArGe Stadt Trier und dem Europäischen Sozialfonds.
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