Archive für 20.3.2009

Ein Tag in der Völklinger Hütte

Am Mittwoch, 18.März 2009 trafen wir (Teilnehmer/innen von Chancen Schaffen, BIMA und HASA) uns um 09:30 Uhr am Trierer Hauptbahnhof, um uns auf den Weg nach Völklingen zu machen, um dort die Völklinger Hütte zu besichtigen.

Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte ist eines von derzeit 33 Weltkulturerbestätten der UNESCO in Deutschland und ein Bauwerk, an dem die Geschichte der Industrialisierung begreifbar wird.

Unsere Führerin durch die Völklinger Hütte begrüßte uns und wir starteten – teils neugierig, voelkh teils entrüstet und besorgt wegen der vielen Treppen und der unglaublichen Höhe – unsere Besichtigung in der Gebläsehalle. Sofort schreckte uns der starke Geruch von altem Schmieröl ab. Als wären noch gestern die Maschinen gelaufen! Sieben Jahre ohne Stillstand lief die Gebläsemaschine, dann wurde sie gewartet, um erneut sieben pausenlose Jahre zu laufen. Wozu der ganze Wind? Einige von uns konnten es sich merken: Für das Feuer im Hochofen braucht man Luft! Für die Kinder waren besonders die vielen Ausprobiermöglichkeiten interessant: Ein kleiner Raketenstart konnte simuliert werden, das Riesengebläse gab es auch in klein zum Selber-Ankurbeln. Blitzkugeln und Haar-Elektrisierungs-Geräte gab es dort auch. Zugegeben: das alles war nicht nur für die Kinder interessant…

voelkh01Eigentlich dachten wir, wir wären schon weit oben, doch endlose Stahlstufen führten uns anschließend höher, höher, höher (man hörte schon die ersten schnauben) und noch höher. Einige verloren wir auf der Strecke, die wegen ihrer Höhenangst leider aufgeben mussten. Wie gut, dass eine 20 Meter lange Wendelrutsche einen auf direktem Weg wieder nach unten befördern kann! Ein Riesenspaß, nicht nur für die Kinder. Durch den Gitterboden konnte man die ganze Zeit sehen, wie tief es unter einem herunter geht. Unglaublich, ein solcher Arbeitsplatz! Laut Angaben unserer Hüttenführerin gab die Völklinger Hütte aufgrund des luftigen und heißen, gefährlichen Arbeitsplatzes das erste alkoholfreie Bier in Auftrag. Daher kommt das also! In 30 Metern Höhe auf einem schwingenden Stahlboden erschien uns diese Idee gar nicht mehr so abwegig…

Faszinierend waren die Arbeitsbedingungen, unter denen hier früher „geschafft“ wurde, nichtvoelkh03 nur wegen der Anstrengung, sondern auch wegen der hohen Verletzungsgefahr: Männer mussten vor herausschießendem, über 1000 Grad heißem, flüssigem Stahl weglaufen, an den Deckeln der Hochöfen langbalancieren, ohne herein zu fallen und Temperaturen von 200°C aushalten – heiß wie im Backofen!

Den Rückweg traten wir nach über 2 Stunden Marsch durch die Völklinger Hütte mit dem Zug an. Wir danken dem Wettergott und unserer netten “Hüttenführerin”. Mal sehen, was wir als nächstes für unseren Blog erkunden…

 

Der Artikel wurde verfasst in Zusammenarbeit von Chancen Schaffen und der BIMA Medienwerkstatt.

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Dieser Artikel wurde von der BIMA-Medienwerkstatt verfasst. BIMA ist ein Projekt zu berufsspezifischen Inhalten mit medienpädagogischen Angeboten des Palais e.V. in Kooperation mit der ArGe Stadt Trier und dem Europäischen Sozialfonds.

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